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Liebe Freundinnen und Freunde von Malteser International,
„Als die Erde zu beben begann, war ich mit meinen Enkeln zusammen. Ich sagte ihnen, sie sollten sich nicht bewegen und sich festhalten. Es war unbeschreiblich“, erzählt die 66-jährige Haydee aus Carabella im Bundesstaat La Guaira, einer der Regionen, die von den Erdbeben am 24. Juni in Venezuela besonders schwer getroffen wurden. Haydees Familie hatte Glück: Ihr Haus wurde beschädigt, aber nicht zerstört, und alle Familienmitglieder überlebten. „Gott sei Dank ist meine Familie in Sicherheit. Aber ich kannte viele Menschen, die ihr Leben verloren haben.“
Seit Anfang der Woche bin ich mit unserem Nothilfeteam in Venezuela unterwegs. Die Situation hier lässt sich kaum in Worte fassen. Ganze Straßenzüge sind wie Kartenhäuser eingestürzt. Ich traf Haydee und ihre Familie in einer mobilen Klinik, die unsere venezolanische Partnerorganisation kurz nach der Katastrophe eingerichtet hatte. Als die Klinik ihre Arbeit aufnahm, war ich trotz der dramatischen Lage erstaunt, in wie kurzer Zeit sich eine große Zahl von Patientinnen und Patienten einfand. Der Bedarf für medizinische Hilfe ist enorm.
Unsere Partner sind in den am stärksten betroffenen Gebieten im Einsatz und helfen so vielen Menschen wie möglich. Die mobilen medizinischen Teams besuchen jeden Tag verschiedene Gemeinden, um Familien wie die von Haydee mit Gesundheitsversorgung zu unterstützen. Ihr Enkel Christopher und seine kleine Schwester Adhara wurden dort behandelt. Doch das Erdbeben hat bei ihnen nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen sowie wirtschaftliche Not hinterlassen.
Ich habe in Venezuela unvorstellbares Leid erlebt. Doch gleichzeitig habe ich die beeindruckende Stärke und Solidarität der venezolanischen Bevölkerung gesehen: Nachbarn helfen Nachbarn. Menschen teilen das Wenige, das sie besitzen. Das hat mich tief bewegt.
Die Menschen, denen ich begegnet bin, waren dankbar für die Unterstützung, die sie erhalten haben – aber auch dafür, dass sie gehört werden und ihr Schicksal gesehen wird. In den kommenden Wochen und Monaten wird dringend weitere Hilfe benötigt, um die Menschen in Venezuela zu unterstützen. |
Haydee Darias, 66, aus Venezuela ist eine echte Überlebenskünstlerin. Als sie acht Jahre alt war, erlebte sie ihr erstes schweres Erdbeben. Im Jahr 1999 überlebte sie die „Katastrophe von Vargas“, als sintflutartige Regenfälle Erdrutsche auslösten, die im heutigen La Guaira Tausende Menschen das Leben kosteten und viele in die Flucht trieben. Trotz der Entbehrungen und Herausforderungen in ihrem von Krisen heimgesuchten Land baute sie sich und ihrer Familie ein Leben auf. Dann, am 24. Juni 2026, spürte sie erneut, wie der Boden bebte. |
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